Samstag, 8. Mai 2010

Leben eben

Ach, ging ein Dichter da verloren
Als du dich der Journaille hast verschworen.
Doch sollst, mein Freund, mir mindestens noch schwören,
auf alter Zausel Torheit nicht zu hören.

Der Klassenkampf starb friedlich mit der Klasse,
die Blödheit lebt vergnüglich in der Masse.
Mercedes oder Mensch, wenn so was fackelt,
hat Moloch höchstens mit dem großen Zeh gewackelt.

Bei all dem schmerzgezeterten Juchheh
fehlt leider Gottes gänzlich die Idee.
Der Kommunistennazi ganz für sich
trägt doch sein Allday-Outfit: nämlich nichts.

Man könnte da natürlich sich beklagen
und schüchtern nach der Nächstenliebe fragen,
allein: die gibt's bei diesen Kursen nicht zu kaufen.
Ich seh dich dann am Montag. Saufen.

Freitag, 7. Mai 2010

Grieche zu Kreuze

In Griechenland, da brennen jetzt nicht nur die Barrikaden,
in einem Geldhaus, hörte ich, kam Menschenfleisch zu Schaden.
Am Fuße der Akropolis schmeißt einer einen Stein,
ein andrer drischt mit bloßer Faust die Fensterscheiben ein.

Weil Blut fließt, redet mancher schon von Revolutionen,
dabei geht's, wenn Du mich fragst, nur ums Sparguthaben Schonen.
Wir sprechen nicht von Klassenkampf, wir sprechen von den Nöten,
die ein paar Krisenhirnis lässt drei Kassenwärter töten.

Es steigt die Mehrwertsteuer wohl, doch nirgends steigt der Geist,
den mancher alte Zausel noch den Kommunismus heißt.
Nicht brennen muss die Bank, sie muss von dem gestürmet werden,
der bessres weiß mit Geld zu tun, als es im Sumpf zu erden.

Hier sitze ich und schwadronier und schaue auf die Uhr:
Es ist schon kurz nach fünf, na nu, wo bleibt die Konjunktur?
Wo bleibt denn bloß die Inflation und wie das alles heißt?
Das fragt sich einer, der im Ernst auf diesen Zirkus - ähm - pfeift.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Axolotl Road Blog Pt1

Mein lieber Herr Gesangsverein alias M. "Gehör? Absolut!" H.,

da hab ich doch mal die ersten zehn Seiten gelesen. Schien mir bislang so ziemlich wie was, was ein siebzehnjähriger Mensch so schreiben könnte (nur verwunderlich, dass nach den zehn Seiten noch geschätzte dreihundert kommen - ist mir noch nicht mal mit 34 passiert). Demnächst mehr.

Ihr Axolotl des Bösen (Libyen?)

Donnerstag, 25. März 2010

Handys, Candys, Ars vivendis

Verehrtester,

einmal mehr wende ich mich mit einer schnöden Frage an Euer Ehrwürden: Gibt es nach Ihrer Kenntnis eine psychopathologische Erklärung für den Dandy? Gemeint ist nicht der Schnösel, eher der Aristokrat des Geistes, sagen wir: Thomas Mann, Oscar Wilde, Stefan George, also der intellektuell mit der Welt, die ist, unter- resp. überforderte, sexuell ambigue Kopfwichser.

Es dankt für Auskunft,

einer der Ihren

Sonntag, 7. März 2010

Hallo Denker,

vielen Dank für den Artikel - er ist zweifellos gut. Er bekommt den interessanten Spagat zwischen Eloge und Essay hin. Aber jetzt folgen die obligatorischen Abersse:

(1) Goethe und Brecht die größten (Liebes-)Lyriker? Na ja. Persönlich halte ich ja Goethe für altbacken und Brecht für gutes Mittelmaß. Die Absicht tötet die Kunst. Aber sicher eine Frage des Geschmacks.

(2) Das Gedicht von Hacks ist wirklich gut. "Vollendet nach Maßgabe strengster Kriterien" klingt indes nach klinisch tot. Also nach Goethe. Und das Zitat im Post (und im Text) ist doch eher rein aphoristisch und wenig wahr. Na ja, erneut.

Trotzdem guter Link. Bis gleich

Reinhard

Freitag, 5. März 2010

Hallo Dichter,

eigentlich wollte ich in diesem, dem 200. Posting, nur ein Hacks-Zitat an Dich verfüttern, das Dich zum Schreiben (nicht unbedingt zum Posten) treiben soll. Nämlich dieses:

Leidende Liebe ist der elendste Poet, sterbende Liebe der vollkommenste ... Fürchten Sie den Tag, Belinde, wo meine Sonette auf Sie so untadelhaft sein werden, wie die des Petrarca. Sobald ich die Wirkungen meiner Kunst voll zur Hand haben werde, sind die der Ihrigen vermutlich eben am Ende.

Nun will ich es aber doch nicht bei diesem Zitat belassen, sondern Dir die Lektüre jenes schon älteren, aber, ich glaube, noch immer bemerkenswerten Hacks-Essays von Frank Schirrmacher anempfehlen, aus dem ich obige Sätze abschrieb.

Wenn's Dir Verschwendungszeit ist, weiß ich auch nicht weiter. Bloß, Grammatik ist drin.

Dein M.

Mittwoch, 3. März 2010

Hallo Blogger,

viel zu sagen habe ich ja nicht - quasi nur mal melden.

Und mit Bart Simpson an die Tafel schreiben: Grammar is no time of waste!

Dein Kumpan in allen Lebenslagen