Lieber M.,
bitte entschuldige meine andauernde Zurückhaltung. Besserung ist unterwegs! Ich schreibe sogar jetzt in meiner Arbeitspause, wenn das nichts ist.
Da ich gerade im Schöner-Wohnen-Gebiet bin, kreisen meine Gedanken auch gleich darum bzw. die Verbesserungsmöglichkeiten. So viel zu durchdenken! So viel Platz zum Verrennen! Blöde Komplexität auf tönernen Füßen, ach. Ich brauche Deinen Rat, fürchte ich, oder zumindest Dein Ohr - montags oder so. Oder was machst Du heute abend?! Und was macht der Familien-Roman?
In Erwartung Dein R.
Freitag, 30. Januar 2009
Dienstag, 27. Januar 2009
Roman-Ticker
Hervorragender Heinrich,
da bist Du ja wieder. Ich bin gespannt auf den Fortgang Deiner Überlegungen und gern bereit, Dich nach meinen Möglichkeiten zu beraten und zu unterstützen, was nicht heißen muss, dass ich Zweifel sähen will. Was kann ich für Dich tun ...?
Zwar habe ich meine Not damit, die Welt, die ist, als existent anzuerkennen, da sie aber schon in ihrem Namen so vehement behauptet zu sein, arrangiere ich mich durchaus mit ihr. Heute allerdings weilte ich über einen längeren, sehr intensiven Zeitraum in einer Welt, die noch nirgendwo ist, als in mir selbst, und selbst dort erst entsteht. Ich habe tatsächlich ein Roman-Skelett gebaut, das mir hier und dort ganz gut gefällt, an anderen Stellen aber doch noch recht brüchig ist. Ich bin gewillt, es zu stabilisieren und gespannt, ob es mir gelingt, Fleisch und Blut beizugeben. Im Moment glaube ich daran, zum ersten Mal überhaupt.
Bastelt jetzt noch ein wenig: der M.
da bist Du ja wieder. Ich bin gespannt auf den Fortgang Deiner Überlegungen und gern bereit, Dich nach meinen Möglichkeiten zu beraten und zu unterstützen, was nicht heißen muss, dass ich Zweifel sähen will. Was kann ich für Dich tun ...?
Zwar habe ich meine Not damit, die Welt, die ist, als existent anzuerkennen, da sie aber schon in ihrem Namen so vehement behauptet zu sein, arrangiere ich mich durchaus mit ihr. Heute allerdings weilte ich über einen längeren, sehr intensiven Zeitraum in einer Welt, die noch nirgendwo ist, als in mir selbst, und selbst dort erst entsteht. Ich habe tatsächlich ein Roman-Skelett gebaut, das mir hier und dort ganz gut gefällt, an anderen Stellen aber doch noch recht brüchig ist. Ich bin gewillt, es zu stabilisieren und gespannt, ob es mir gelingt, Fleisch und Blut beizugeben. Im Moment glaube ich daran, zum ersten Mal überhaupt.
Bastelt jetzt noch ein wenig: der M.
aSCHe,SCHmach&SCHande
Lieber M, was für eine zweitere für mich! Was für eine drittere! Und erstere auf mein Haupt! - Und das mich jemand für einen feinen Herrn halten könnte, stürzt mich in tiefe Verunsicherung.
Ach, lieber M., ich stecke tief in meinen Gedankengebäuden - wir haben ja gestern vis-a-vis gequatscht. Heute will ich mal ein bisschen was ausarbeiten, ein Quasi-Konzept Stand gerade eben. Nüscht mit Marx zur Zeit. Dafür vielleicht was mit Zukunft, wenn auch angepasst. Ich finde es ja toll, dass Du Die-Welt-Die-Ist als Idee negierst, aber da musst Du mich noch überzeugen und Brötchen mitbringen.
Ich fand unseren gestrigen Treff übrigens sehr angenehm und würde ihn am liebsten heute abend wiederholen. Jetzt sag was zu Obligationen, Weltenstürmer M.!
Der heine Herr
Ach, lieber M., ich stecke tief in meinen Gedankengebäuden - wir haben ja gestern vis-a-vis gequatscht. Heute will ich mal ein bisschen was ausarbeiten, ein Quasi-Konzept Stand gerade eben. Nüscht mit Marx zur Zeit. Dafür vielleicht was mit Zukunft, wenn auch angepasst. Ich finde es ja toll, dass Du Die-Welt-Die-Ist als Idee negierst, aber da musst Du mich noch überzeugen und Brötchen mitbringen.
Ich fand unseren gestrigen Treff übrigens sehr angenehm und würde ihn am liebsten heute abend wiederholen. Jetzt sag was zu Obligationen, Weltenstürmer M.!
Der heine Herr
Montag, 26. Januar 2009
Schande
Nichts, nichts und wieder nichts. Eine Schande. Hat er einfach das Interesse verloren. Etwas besseres gefunden. Der feine Herr! Ppp, geh ich eben alleine trinken heut Abend.
Freitag, 23. Januar 2009
Schmach
Nein, lieber Reinhard, das wollte ich nicht. Sorry. My fault. Asche auf mein Haupt. Dann lass uns eben über etwas anderes plaudern. Oder redest Du nicht mehr mit mir? Ich bange und hoffe, dass doch. In Verbundenheit, hochachtungsvoll, Dein M.
Dienstag, 20. Januar 2009
Ruhm
Wie seltsam das klingt: Heute ging ich in den Laden und kaufte mir Ruhm. Stimmt aber.
Was ist denn nun mit Marx?
Was ist denn nun mit Marx?
Freitag, 16. Januar 2009
Arbeit, Entfremdung
Lieber R.,
vorausgesetzt, wir folgen der These, das Sein bestimme das Bewusstsein, schlage ich vor, uns zunächst mit den Begriffen "Arbeit" und "Entfremdung", speziell in der Marxschen Auffassungsweise, auseinanderzusetzen.
Genau genommen reden wir doch seit Wochen über nichts anderes mehr als über die Möglichkeit einer Arbeit, die uns möglichst wenig von uns selbst entfremdet - und über die marternde Entfremdung jener Arbeit, von der wir derzeit leben (sprich: über unser Sein). Und wenn das nicht so wäre, hätten wir uns hier (und in der Tagung) wohl kaum dem alten Zottel und seinem vermögenden Kumpel mit dem Himmelsboten-Namen zugewandt (sprich: dem Wunsch nach Pflege und Erweiterung unseres Bewusstseins).
Ich erinnere mich sogar daran, dass wir - vermeintlich ganz ohne Marx - vor einigen Wochen schon einmal über "Arbeit" debattierten: Während Du den Zwangscharakter jeglicher Arbeit betontest (und also Arbeit mit Pein gleichsetztest, dies womöglich sogar ethymologisch untermauertest???), war ich der Ansicht, dass eine Arbeit ohne Entfremdung möglich sein müsse.
Eine solche Arbeit zu finden, wäre einer meiner dringlichsten Wünsche (bzw. mein Wille). Wie könnte dieser Beruf heißen? Künstler. Und an diesem Punkt kommst Du mit dem "Realitätsprinzip". Ich übersetze: Was wir tun, muss uns auch ernähren. Und prompt sind wir mitten in jenem Dilemma, das Marx vielleicht nicht als erster erkannte, aber doch am deutlichsten formulierte. Das menschliche Wesensmerkmal "Arbeit", verstanden als freie und schöpferische Gestaltung der eigenen Umwelt, wird unter kapitalistischen Bedingungen nahezu verunmöglicht, weil derjenige, der nicht über nennenswerte Produktionsmittel verfügt (also ich) dem Zwang ausgesetzt ist, seine lebenserhaltende Produktivkraft mittels entfremdeter Arbeit (also Knechtschaft) wenigstens zu reproduzieren.
Daran wird es auch nichts ändern, wenn Du, wie es ja gerade Deine Maxime ist, Dein "eigener Chef" wirst, solange Du abhängig bist von der Gunst gewisser Geldgeber. Wenn Du Dich clever anstellst, macht Dir das Abzocken aber womöglich zumindest ein bisschen Spaß. Und außerdem verfolgst Du als "Stadtplaner" ja auch noch eine Mission, ja ja. Welchen noch mal?
Ich glaube, dass auch Geist eine Art Kapital sein kann, aus dem sich Gewinn schlagen lässt - und zwar nicht nur privater, sondern gesellschaftlicher, ergo: gemeinnütziger. Dieses Kapital zu vermünzen allerdings setzt zwei Dinge voraus, an denen es mir mangelt: Selbstsicherheit und Zeit.
Abgesehen davon, dass ich es widerwärtig finde, unter dem Druck Deines "Realitätsprinzips" Geist in Geld umwandeln wollen zu müssen, ist die Nachfrage nach Geist in der Welt, die ist, nicht eben greifbar. Das heißt nicht, dass sie nicht existiert. Womöglich wäre auch dies eine lohnende Aufgabe für uns: herauszufinden, wer wo und warum ein Geistdefizit verspürt. Und wie es dieses aufzufüllen gelte. Das zu versuchen, fände ich reizvoll, allein ich zweifle an meiner Fähigkeit. (Was, außer konfus herumzulabern, kann ich tatsächlich? Und was Du?)
Na? Dein M.
vorausgesetzt, wir folgen der These, das Sein bestimme das Bewusstsein, schlage ich vor, uns zunächst mit den Begriffen "Arbeit" und "Entfremdung", speziell in der Marxschen Auffassungsweise, auseinanderzusetzen.
Genau genommen reden wir doch seit Wochen über nichts anderes mehr als über die Möglichkeit einer Arbeit, die uns möglichst wenig von uns selbst entfremdet - und über die marternde Entfremdung jener Arbeit, von der wir derzeit leben (sprich: über unser Sein). Und wenn das nicht so wäre, hätten wir uns hier (und in der Tagung) wohl kaum dem alten Zottel und seinem vermögenden Kumpel mit dem Himmelsboten-Namen zugewandt (sprich: dem Wunsch nach Pflege und Erweiterung unseres Bewusstseins).
Ich erinnere mich sogar daran, dass wir - vermeintlich ganz ohne Marx - vor einigen Wochen schon einmal über "Arbeit" debattierten: Während Du den Zwangscharakter jeglicher Arbeit betontest (und also Arbeit mit Pein gleichsetztest, dies womöglich sogar ethymologisch untermauertest???), war ich der Ansicht, dass eine Arbeit ohne Entfremdung möglich sein müsse.
Eine solche Arbeit zu finden, wäre einer meiner dringlichsten Wünsche (bzw. mein Wille). Wie könnte dieser Beruf heißen? Künstler. Und an diesem Punkt kommst Du mit dem "Realitätsprinzip". Ich übersetze: Was wir tun, muss uns auch ernähren. Und prompt sind wir mitten in jenem Dilemma, das Marx vielleicht nicht als erster erkannte, aber doch am deutlichsten formulierte. Das menschliche Wesensmerkmal "Arbeit", verstanden als freie und schöpferische Gestaltung der eigenen Umwelt, wird unter kapitalistischen Bedingungen nahezu verunmöglicht, weil derjenige, der nicht über nennenswerte Produktionsmittel verfügt (also ich) dem Zwang ausgesetzt ist, seine lebenserhaltende Produktivkraft mittels entfremdeter Arbeit (also Knechtschaft) wenigstens zu reproduzieren.
Daran wird es auch nichts ändern, wenn Du, wie es ja gerade Deine Maxime ist, Dein "eigener Chef" wirst, solange Du abhängig bist von der Gunst gewisser Geldgeber. Wenn Du Dich clever anstellst, macht Dir das Abzocken aber womöglich zumindest ein bisschen Spaß. Und außerdem verfolgst Du als "Stadtplaner" ja auch noch eine Mission, ja ja. Welchen noch mal?
Ich glaube, dass auch Geist eine Art Kapital sein kann, aus dem sich Gewinn schlagen lässt - und zwar nicht nur privater, sondern gesellschaftlicher, ergo: gemeinnütziger. Dieses Kapital zu vermünzen allerdings setzt zwei Dinge voraus, an denen es mir mangelt: Selbstsicherheit und Zeit.
Abgesehen davon, dass ich es widerwärtig finde, unter dem Druck Deines "Realitätsprinzips" Geist in Geld umwandeln wollen zu müssen, ist die Nachfrage nach Geist in der Welt, die ist, nicht eben greifbar. Das heißt nicht, dass sie nicht existiert. Womöglich wäre auch dies eine lohnende Aufgabe für uns: herauszufinden, wer wo und warum ein Geistdefizit verspürt. Und wie es dieses aufzufüllen gelte. Das zu versuchen, fände ich reizvoll, allein ich zweifle an meiner Fähigkeit. (Was, außer konfus herumzulabern, kann ich tatsächlich? Und was Du?)
Na? Dein M.
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