Donnerstag, 8. Oktober 2009

Der Gegenwart Widerpart

oder: Der Widerwart Gegenpart

Des Morgens harre ich des Abends,
wie nachts den nächsten Tag erwart ich,
ich harre rastlos vor mich hin,
erklär zum Tun die Starre artig.

Ich stehe stets an dieser Stelle,
schon übers Warten leidlich faltig,
derweil das Auge schweift und schweifet,
werd unbemerkt und mählich alt ich.

Was zu mir will, das wird schon kommen,
vom Fleck bewege ich mich nimmer,
die Welt, sie läuft auch ohne mich,
allein: das Bauchweh, es wird schlimmer.

Bewegung ist mir obsolet,
Bewahrung halte ich für Trug,
besonders jene des Bewegten
bescherte mir bereits genug

des Schwirrens im verwirrten Kopfe,
als jener noch nach vorne strebte.
Jetzt dreht er sich auf meinem Hals,
der immer schon am Rumpfe klebte.

Was zu mir will, das wird schon kommen,
so denk ich, leider kommt bloß keiner,
zuweilen zuckelt zwar ein Zug
vorbei - doch niemals meiner.

Des Abends harre ich des Morgens,
das offenbar nicht nahen will,
ich fühl mich wirklich etwas einsam
und stehe weiter artig still.

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