Samstag, 14. März 2009

Nichts ist alles

Lieber R.U.F.,

es gibt da diesen Aphorismus, demzufolge weniger mehr sei. Das ist zwar ein Spruch für Arme, aber für sie hat er durchaus etwas Wahres. Oder zumindest etwas Tröstliches. Genau wie der andere, etwas volkstümlichere: Lieber arm dran als Arm ab.

Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr, übersetzt Luther Matthäus, 5, 3. Ich habe das immer mit Meister Eckhart verstanden. Nämlich so, dass der menschliche Geist erst dann nah an Gott sei, wenn er sich frei mache von allem differenzierenden Wissen, wenn er lasse von Jeglichem, um zu Allem, zum All, zu gelangen.

Nun schimpf mich lieber einen Mystiker als einen Romantiker, aber besser beides nicht. Nenn mich (mit Eckhart) gelassen. Dies zu sein, mühe ich mich verbissen.

Worauf ich hinauswill: Dein, mein, unser Schweigen in diesem Blog ist in Wahrheit weder Zeitnot noch Arbeitsdruck geschuldet, sondern allein der Philosophie. Was red ich, der Religion. Denn wenn weniger mehr ist, muss nichts doch alles sein.

Ich danke Dir für diese Erkenntnis und gelobe, fortan nicht mal mehr den alternden Laptop hochzufahren. Allein auf den einsiedlerischen Montagsbesuch in der Schänke mag ich noch nicht verzichten. Du?

Jetzt schweigt: M.

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