Strahlend brach der Morgen an,
voller Quatscherei und Essen;
als Abend wurde dann
ward ein weitrer Tag vergessen.
Müde frag ich mich, was bleibt,
wenn die Nacht hernieder wandelt,
wenn der Strolch, der dieses schreibt,
schläft statt handelt.
Oder liegt im Schlafen gar
der vorhandne Sinn verborgen,
wie ein Traum, der wunderbar
Wege zeigt für morgen?
Wird Vernunft nicht über-schätzt,
Schlafen aber unter?
Bin ich, der so dämmert jetzt,
morgen wieder munter?
Müssen diese Fragen sein
oder schlag ich Zeit tot?
Ist mein Kopf ein Wackerstein
oder doch ein Kleinod?
Wächst das Reimwerk ewig schier,
wortgewaltig, mannig-
faltig. Oder end ich hier:
das zumindest kann ich.
Sonntag, 30. November 2008
Samstag, 29. November 2008
Sinnloser Post aus Prinzip (aka Jeder Tag ein Reim)
Ei-j-ei-j-ei-j-ei: sie kamen aus dem Schacht,
au-j-au-j-au-j-au: und gehn dahin zurück,
ei-j-ei-j-ei-j-ei: so langsam wird es Nacht,
au-j-au-j-au-j-au: die Tränen birgt zum Glück.
Wismut, Wismut, ganz verstrahlt,
lebt der holzne Michel noch?
Hast die Zeche abbezahlt,
bist und bleibst das alte Loch.
Bist und bleibst das kleine Nest
voller Husen, Hosen, Hasen,
voller Halde, voller Rest,
voller Märsche, abgeblasen.
Bist hinfort, vom Wind verweht,
bist dahin, falsch abgebogen,
bist verflogen,
bist zu spät.
Wir sind wir und wer bist Du?!
Du bist schädlich, steh dazu.
au-j-au-j-au-j-au: und gehn dahin zurück,
ei-j-ei-j-ei-j-ei: so langsam wird es Nacht,
au-j-au-j-au-j-au: die Tränen birgt zum Glück.
Wismut, Wismut, ganz verstrahlt,
lebt der holzne Michel noch?
Hast die Zeche abbezahlt,
bist und bleibst das alte Loch.
Bist und bleibst das kleine Nest
voller Husen, Hosen, Hasen,
voller Halde, voller Rest,
voller Märsche, abgeblasen.
Bist hinfort, vom Wind verweht,
bist dahin, falsch abgebogen,
bist verflogen,
bist zu spät.
Wir sind wir und wer bist Du?!
Du bist schädlich, steh dazu.
P(r)ost zurück
Weh, oh Emm, wie muss ich hören,
Dass Dich dreiste Gase stören
Oder etwa Kacke gar...
Bitter klingen Deine Klagen,
geht doch Liebe durch den Magen,
klar.
Musst von bräunlichen Legionen
die den Därmen innewohnen
trennen Dich -
Auf dass national befreit
sie dann Herren jederzeit
nennen Dich.
Und als Herre über Magen,
Leber, Darm magst Du es wagen
voller Kraft...
Montag nacht Dich zu betrinken,
mit, hier will ein Zaunpfal winken,
Gerstensaft.
Reimlos wirdst Du schwadronieren,
lachen, lästern, lamentieren,
ganz wie gestern.
Denn, Organherr, Lasterleben
und der Tugend Reue eben
sind doch Schwestern...
Dass Dich dreiste Gase stören
Oder etwa Kacke gar...
Bitter klingen Deine Klagen,
geht doch Liebe durch den Magen,
klar.
Musst von bräunlichen Legionen
die den Därmen innewohnen
trennen Dich -
Auf dass national befreit
sie dann Herren jederzeit
nennen Dich.
Und als Herre über Magen,
Leber, Darm magst Du es wagen
voller Kraft...
Montag nacht Dich zu betrinken,
mit, hier will ein Zaunpfal winken,
Gerstensaft.
Reimlos wirdst Du schwadronieren,
lachen, lästern, lamentieren,
ganz wie gestern.
Denn, Organherr, Lasterleben
und der Tugend Reue eben
sind doch Schwestern...
Freitag, 28. November 2008
Lyrischer Dünnschiss aka AA AA
Wie vieles hätt' ich zu berichten,
doch nein: Ich werde wieder dichten,
statt meinen Kopfsalat zu lichten
Ideen dichterisch vernichten.
Dich will ich gar zu gern bezichtigen,
die alltäglich und irdisch wichtigen
Dinge selten zu besichtigen. ---
Natürlich wirst Du mich berichtigen
Und mir von Pepsi Cola sprechen
Und von dem wahrlichen Verbrechen,
mit Zuckerwasserbächen
Deine Studienwahl zu rächen.
Wo ich grad daran denke:
Die kalten Getränke
in unserer Schänke
produzieren anderntags warme Gestänke.
Da: Sieh mich ins Obszöne gleiten
statt meinen Horizont zu weiten.
Hier: Riech mich Abgase verbreiten,
statt hohe Rösser zu bereiten.
Wem nutzt ein holder Dichtergeist,
der schlecht verdaute Gerste scheißt,
von der Du doch am besten weißt,
dass sie Ambrosia nicht heißt.
Sieh nur meine leeren Hände,
die ich bloß dazu verwende,
dass ich unsre Zeit verschwende,
Schluss! Finale! Aus! Zuende!
doch nein: Ich werde wieder dichten,
statt meinen Kopfsalat zu lichten
Ideen dichterisch vernichten.
Dich will ich gar zu gern bezichtigen,
die alltäglich und irdisch wichtigen
Dinge selten zu besichtigen. ---
Natürlich wirst Du mich berichtigen
Und mir von Pepsi Cola sprechen
Und von dem wahrlichen Verbrechen,
mit Zuckerwasserbächen
Deine Studienwahl zu rächen.
Wo ich grad daran denke:
Die kalten Getränke
in unserer Schänke
produzieren anderntags warme Gestänke.
Da: Sieh mich ins Obszöne gleiten
statt meinen Horizont zu weiten.
Hier: Riech mich Abgase verbreiten,
statt hohe Rösser zu bereiten.
Wem nutzt ein holder Dichtergeist,
der schlecht verdaute Gerste scheißt,
von der Du doch am besten weißt,
dass sie Ambrosia nicht heißt.
Sieh nur meine leeren Hände,
die ich bloß dazu verwende,
dass ich unsre Zeit verschwende,
Schluss! Finale! Aus! Zuende!
Donnerstag, 27. November 2008
Höflicher Gruß von JWD
Welch ein Komplimente-Fischen,
lieber M., Du heißt inzwischen
jenen Reimer, der erklärte,
dass sein Fuzzitum ihm wehrte,
geistigem Genuss zu frönen,
einen Goethe oder Schiller,
Heine gar und weißt: das will er -
insbesondre weil er eben
bis zum Hals steckt im Obszönen
respektive seinem Leben.
Darum muss er auch jetzt passen
und die Reime ruhen lassen
bis er sich genug geplagt
und das Dichten wieder wagt.
(Lyrischer Nachtrag:
Nun, soweit er's möglich findet,
alle Unbill überwindet,
wird er sich die Busfahrt kaufen
und am Abend mit Dir saufen.)
lieber M., Du heißt inzwischen
jenen Reimer, der erklärte,
dass sein Fuzzitum ihm wehrte,
geistigem Genuss zu frönen,
einen Goethe oder Schiller,
Heine gar und weißt: das will er -
insbesondre weil er eben
bis zum Hals steckt im Obszönen
respektive seinem Leben.
Darum muss er auch jetzt passen
und die Reime ruhen lassen
bis er sich genug geplagt
und das Dichten wieder wagt.
(Lyrischer Nachtrag:
Nun, soweit er's möglich findet,
alle Unbill überwindet,
wird er sich die Busfahrt kaufen
und am Abend mit Dir saufen.)
Mittwoch, 26. November 2008
Lieber Reimhard,
Du und Heine und Geheimrat Goethe
gießt der Sprache rohes Eisen
heiß in schönste Formen.
Versteh mich recht: Ihr setzt die Normen.
Wo wir, die steten Dilettanten,
uns schon im Metrum arg verkanten,
am Stahl die Zähne uns ausbeißen,
da reimt Ihr ohne Nöte.
Doch recht hast Du: Allein das Kleid
macht keine schöne Frau,
und wohlgesprochnes Herzeleid
beglückt noch keine Sau.
Nein, Dichten um des Dichtens Willen
ist ekelhaft und öde,
Romantiker sind blöde
und l'art pour l'art macht keinen Spaß,
denn solche "Kunst" ist nur etwas
für Münsterer mit Brillen.
(Es müsste Münsteraner heißen,
ich weiß, ist mir schon klar:
Den Duden in die Tonne schmeißen
macht Dichtung auch nicht wahr.)
Nun ruft das Tagwerk immer schriller:
"Du Spinner, pack mich an!
Du spielst Dich auf wie Friedrich Schiller,
(was Reinhard besser kann).
Halt bloß die Fresse jetzt, gib Gas
und tipp für Deine Zeitung - irgendwas."
So soll es sein.
Hau rein!
gießt der Sprache rohes Eisen
heiß in schönste Formen.
Versteh mich recht: Ihr setzt die Normen.
Wo wir, die steten Dilettanten,
uns schon im Metrum arg verkanten,
am Stahl die Zähne uns ausbeißen,
da reimt Ihr ohne Nöte.
Doch recht hast Du: Allein das Kleid
macht keine schöne Frau,
und wohlgesprochnes Herzeleid
beglückt noch keine Sau.
Nein, Dichten um des Dichtens Willen
ist ekelhaft und öde,
Romantiker sind blöde
und l'art pour l'art macht keinen Spaß,
denn solche "Kunst" ist nur etwas
für Münsterer mit Brillen.
(Es müsste Münsteraner heißen,
ich weiß, ist mir schon klar:
Den Duden in die Tonne schmeißen
macht Dichtung auch nicht wahr.)
Nun ruft das Tagwerk immer schriller:
"Du Spinner, pack mich an!
Du spielst Dich auf wie Friedrich Schiller,
(was Reinhard besser kann).
Halt bloß die Fresse jetzt, gib Gas
und tipp für Deine Zeitung - irgendwas."
So soll es sein.
Hau rein!
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