Montag, 3. November 2008

Ursache und Wirkung

Ach, Hyperpassivion,

und weh: Es ist so klug und leicht und weise, nur einerseits von Menschen, andererseits aber von Archetypen zu reden. Die Ursache für Walters und vieler Figuren Handeln mag ja auf Freuds rechter Hand liegen. Da können wir wissend mit der Wimper wackeln (Stabreim!). Aber wie steht es um die Wirkung? Betrifft uns der Hahnenkampf der Buntgefiederten etwa nicht? Macht es keinen Unterschied, welcher Koch die hessiche Zwibbelsupp versalzt? Ist es Latte macchiato, ob McCain oder Obaba seine Heerscharen in aller Mullahs Länder schickt? Ist es ein Zufall, dass manches Orthographie-Programm Cocain für McCain und Osama für Obama vorschlägt? Sind wir womöglich nur Himpelchen und Pimpelchen, die Weisen auf dem Berge?

Sicher weißt Du mehr, mein Herrchen.

Wuff wuff und bis nachher: Dein Bello

Nachtrag

Oh Bellmartin,

(hat selbstverständlich mit den Hunden des Krieges zu tun und nichts mitter Scheenheit - wie sind ja Männer und nicht Hölderlin,) der Tag des Walter nimmt kein Ende. Es hat sich herausgestellt, keinesfalls eine Wende, höchstens eine Art ironischer -punkt im Dramolett, dass Walter offenbar gar nichts gegen die Stasis hatte, sondern nur nicht mit den Asyl-Ökos wollte... Hut ab vor soviel Was-auch-immer.
Und da ich beim Thema Asyl-Ökos bin - ich würde mir durchaus den Ösi-Film mit Dir ankieken, als Minderheit sind die eh zu unbedeutend als dass sich da Vorurteile lohnen würden. Und ich hab durchaus was übrig für Würste und Wienerinnen mit sattem Schmäh. Bis heute abend

Dein Hypochondrion

Wurst

Hallo, lieber weltweiser Reinhard,

ich ziehe meinen Hut vor dieser ebenso prägnanten wie wortmächtigen Abhandlung, die zwar längst nicht einiges, aber alles erklärt. Kein Andererseits.

Post aus Spanien habe ich erhalten, gelesen wohl auch. Über Inhalt, Aufdruck und Verbleib der Karte allerdings vermag ich keine Angaben mehr zu machen. Die wahre Größe Deines Urlaubsgrußes lag für mich in seiner Bedeutsamkeit für einen Tag, der schon vorbei ist. Ein schöner Tag war das und ich danke Dir dafür, dass Du ihn mir versüßt hast. Der Erinnerung wegen würde ich mich auf die Suche nach dem Dokument machen, allein ich fürchte, dass die Kinder es vernichtet haben.

Bis heute Abend, Kumpan, Dein Stiefelknecht
Lieber Kumpan,

für diesen, genau wie für alle anderen Vorgänge, gibt es (eventuell k)eine Erlärung, die auf der gott-menschlichen Natur des Fleisches der Betreffenden gründen. Michael Ballack - ein kleiner Tragöde aus den Annalen einer verhunzten Einungsparade, eine eigentlich jungfräuliche und nur durch die ganze Kohle verdorbene Chemnitzer Sachsenseele, deren Verstand von dem bösen Zauberer namens "Die Medien" so verwirrt wurde, dass er sich und seine Probleme für interessant hält. Jogi Löw - trotz vielversprechendem Namen und Klinsmännischem Vokabular - ein Erdwicht, der versucht, in die Sonne zu fliegen, nach Art der Erdwichte nicht ahnend, dass sie diese bedauernswerten Kreaturen zu verbrennen trachtet.
Und Walter? Walter ist einerseits gar kein Mensch, sondern ein Archetyp. Sein individuelles Mensch-Sein wird ihm ja nicht nur von den Anhängern der Linken abgesprochen, die ihn "Verräter und Spalter" benamsen (wir wissen ja, wohin das noch führt - auch Du, geschätzter Stiefelknecht eines ominösen Re-Revanchistenblatts gehörst mit Deinen Dolchstoß-Injurien zum Tross, oh ja), sondern schon von seiner Funktion in Frage gestellt. Rechter Abweichler in der Hessen-SPD ist doch kein Beruf, sondern ganz klar eine Berufung, wenn nicht sogar eine Tautologie.
Und andererseits: Demokratie hin oder her - ich wünschte mir mit einem Auge, mehr Politiker wären von Walters Typ, alle sogar, sich widersprechen, einander verraten, von hinten und vorne erdolchen, Alles und Jeden spalten, Koalitionen verhindern, Chaos stiften, Wahlen ad absurdum führen. Mein anderes Auge hingegen, wäre ich grün, nännte ich es mein Realo-Auge, sieht den untoten Koch allerlei giftiger Gerichte aus seiner Gruft kriechen und fürchtet sich, nicht vor dem Schlimmen, sondern vor dem Schlimmeren. Also wer ist Walter - eine Widerwärtigkeit, also kann er doch wohl nur ein Mensch sein.
"Einerseits", "andererseits", ich hasse diese Fuzzi-Ausdrucksweise. Aber Walter vermag ich nur als Doppelnatur zu begreifen, als Wurst ohne Vision aber mit einer unverhofften Gelegenheit. Seine wahre Größe liegt in seiner Bedeutsamkeit für einen Tag, der zwar bald vorbei sein wird, dem aber sogar wir beide qua Internet ein Denkmal setzen. Wir alle waren Walter! (Na ja, wir beide vielleicht nicht gerade, aber Du weißt ja, wie sehr ich Stabreime schätze.) Als dann!

Reinhard

PS: Hast Du eigentlich meine Karte aus Spanien bekommen - und wenn, warum bist Du, ach, so schweigend darüber hinweg gegangen, die war doch so schön?! Seufz und loc (lots of cries - oh ja mein Freund, auch dieser alternde Fuzzi vermag in der Sprache der Jugend zu parlieren!).

Reinhard nochmals

PPS. Was das existenzialistische Gebräu unserer Gedanken und Zusammenkünfte angeht, fleischlich und bedeutungsschwanger und dem Barbaren schlicht als "eh Meister mach ma noch zwee" Bier bekannt, so würde ich vorschlagen: na heute abend, oder wat. Blog me, babe! (oder besser P[r]ost it! - so gut spreche ich den Jugendslang nun auch wieder nicht.)

Reinhard zum dritten

Ypsilon

Hallo Welt,

und siehe da: Du drehst Dich doch.

Lieber Reinhard,

ich freue mich ob Deiner trunkenen Freude, die ich für eine schlaftrunkene halte. Ganz meinerseits. Andrea Ypsilanti wurde heute der Dolchstoß verpasst. Kann man machen. Was ich (im Prinzip sehr gut, in diesem konkreten Falle jedoch überhaupt) nicht verstehe: Wie kann man gleichzeitig dafür und dagegen sein? Wie kann dieser Herr Walter (Wer ist Herr Walter?) erst einen Koalitionsvertrag mit erarbeiten, dem er dann seine Unterstützung entzieht? Bitte erkläre mir das, wie Du mir einige Erklärungen schuldest. Zum Beispiel die unseres nächsten nichtvirtuellen Zusammentreffens. Heute ist Montag. Morgen ist Dienstag.

Martin

Über diesen Reinhard

Über diesen Reinhard ist zu sagen (italienisch, sozusagen, aber nicht sprachlich):

Reinhard erklärt, dass es ihn gebe. Dieser Punkt könne als unstrittig gelten, erklärt Reinhard. Reinhard erklärt, dass er sich freue, sich und Anderen seine Existenz also zu versichern. Seine Freude darüber sei nicht ganz so groß wie die Freude, überhaupt zu existieren, aber nur unwesentlich kleiner, erklärt Reinhard. Reinhard erklärt, dass seine Freude wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit von seinem Wortlaut nur unzureichend wiedergegeben werden könne. In ferneren Zukünften, wie etwa dem Nachmittag, freue er sich aber darauf, dieser seiner Freude in angemessener Weise Ausdruck verleihen zu dürfen, erklärt Reinhard. Reinhard erklärt, dass er dann auf die Gedanken seines überaus geschätzten Gegenübers mit ebendieser jetzt schon ein wenig zu oft bemühten, um noch gänzlich ironiefrei zu wirken, aber dennoch tatsächlich existierenden Freude antworten werde. Dies sein Gegenüber erscheine ihm nebenbei durchaus ein als Geist, aber kein Gespenst, dem er eine gute Nacht und einen ebenso guten Tag wünsche, erklärt Reinhard. Reinhard erklärt, dass er auf diese unsinnig erscheinende, sozusagen nebulöse Feststellung dennoch Wert lege und ansonsten nun schlafen gehe.

Sonntag, 2. November 2008

Ein Irrtum

Hallo Welt,

wahrscheinlich gibt es diesen Reinhard gar nicht. Du müsstest das doch wissen.

Sag mal!